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Freiburger FC

Trainerinterview, Teil II

Im zweiten Interview kommt Cheftrainer Joschua Moser-Fendel zu Wort. Er wird in der kommenden Spielzeit zusammen mit Luca Murdolo das Trainergespann bilden.

Joschua Moser-Fendel (Foto: Matthias Renner)

Interview mit Joschua Moser-Fendel: „Die Motivation hier ins Finale zu kommen und den Pokal zu holen, ist riesengroß…“

Hallo Joschua, mit dem Luca wirst Du Verstärkung als Cheftrainer bekommen. Wird Dir der Oberligatrainerjob alleine zu viel oder bringt der Luca zusätzliche Ideen und Fähigkeiten mit?

Liebe FFCler, Luca wird uns in ganz vielen Dingen eine absolute Bereicherung sein. Er kennt den Verein bis ins kleinste Detail. Wir haben es zu einem großen Teil ihm zu verdanken, dass die Jugend eine solche sportliche Entwicklung in den letzten Jahren vollzogen hat (A-Jugend-Verbandsliga und -Oberliga, B-Jugend-Oberliga und -Landesliga, C-Jugend-Verbandsliga und -Landesliga). Luca war es, der mich 2013 als C-Jugendtrainer angeheuert hat. Nun sind wir im Aktivenbereich sehr froh, dass wir einen solchen kompetenten Trainer dazugewinnen konnten.

Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir noch nicht, ob die Oberligasaison noch weitergeht. Sollte das der Fall sein, ist im Gespräch, die Vorrunde noch zu Ende zu spielen und dann, wie geplant, bis zu sieben Mannschaften absteigen zu lassen. Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt derzeit vier Punkte bei einem Spiel mehr. Wie würdest Du versuchen, die Klasse noch zu halten?

Wir wollen sportlich den Klassenerhalt schaffen. Dafür haben wir noch acht Spiele Zeit. Wenn man sich die Gegner anschaut (u.a. Freiberg, Kickers und Nöttingen auswärts), wird es ein scheinbar unmögliches Unterfangen. Viele haben uns bestimmt schon abgeschrieben…die Augen der Spieler und der Trainer zeigen aber etwas anderes. Wir hatten in der Phase von August bis Oktober immer wieder einige Höhepunkte (Pokal gegen Bahlingen, zweite Hälfte in Pforzheim, Heimspiel gegen Göppingen). Wir brauchen eine Stabilität, die lang andauert, um uns Selbstbewusstsein zu holen. Daran arbeiten wir!

Auffallend in der laufenden Oberligasaison ist die Auswärtsschwäche des FFC. Mit nur einem Unentschieden und fünf Niederlagen belegt der FFC den letzten Platz in der Auswärtstabelle. In der letzten Oberligasaison waren es bis zum Saisonabbruch auswärts nach dem Trainerwechsel noch vier Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage. Was sind die Ursachen für diese Entwicklung?

Die Auswärtsspiele in der Oberliga sind für uns eigentlich das Spannendste: Wir wollen überall fußballerisch bestehen und auf unsere Art überzeugen. Die bisherige Punkte-Auswärtsbilanz ist natürlich ernüchternd. Aber auch hier entscheiden immer wieder nur Kleinigkeiten, ob man mit null oder drei Punkten heimfährt.

Auch wenn die laufende Punkterunde wegen der Corona-Maßnahmen wieder abgebrochen werden sollte, könnte es trotzdem sein, dass im Sommer, wenn normalerweise Pause ist, noch der Südbadische Pokal zu Ende gespielt wird. Ließe sich die Mannschaft nach so einer langen Pause für möglicherweise nur ein Spiel kurz vor der Vorbereitung auf die nächste Saison einfach wieder “hochfahren”?

Wenn dies tatsächlich so eintreten sollte, haben alle Teams die gleichen Voraussetzungen. Der Pokal ist diese Saison für uns ein besonderer Wettbewerb, auch weil wir in der ersten Runde einen Regionalligisten herauswerfen konnten. Die Motivation, hier ins Finale zu kommen und den Pokal zu holen, ist riesengroß.

Während des aktuellen Shutdowns haben zwei Spieler (Anthony Mbem-Som Nyamsi und Noël Kury) den FFC verlassen, gekommen ist niemand. Es war zu hören, dass auch im Sommer vor allem eigene Jugendspieler, die ja in der FFC-typischen Spielweise ausgebildet sind, zum Kader der Aktivenmannschaften stoßen sollen. Ist die Mannschaft also gerade dabei, sich zu einer eingespielten Truppe zu entwickeln?

Wir sind überzeugt davon, dass wir in den nächsten Monaten insgesamt noch besser zusammenfinden. Wir haben aus der schwierigen Phase von August bis Oktober ziemlich viel mitgenommen. Entwicklung bedeutet, dass wir nicht mehr die gleichen Fehler machen dürfen. Da bin ich sehr optimistisch, dass wir das viel besser hinbekommen.

Wenn die Saison nochmal weitergeht, könnte es sein, dass von Anfang/Mitte Mai bis Ende Juni acht Punktspiele und mindestens noch ein Pokalspiel zu spielen sind. Da könnte es zu Englischen Wochen in Serie kommen. Wäre der Kader imstande, das zeit- und kräftemäßig zu bewältigen?

Wir alle brennen darauf, dass es wieder losgeht. Einige Spieler haben im athletischen Bereich richtig zulegen können. Die schwierige Aufgabe der Spieler ist es jetzt, eine richtig gute Grundlage zu schaffen. Dann müssen wir die kurze Vorbereitungszeit effektiv auf dem Platz nutzen. Es werden die Mannschaften erfolgreich sein, die diesen Spagat am besten hinbekommen.

Auch die Landesligamannschaft hätte bei einer Fortsetzung der Saison noch sieben Spiele bis zum Hinrundenende vor sich. Stünden hierfür parallel zu den vielen Spielen der Ersten Mannschaft noch genügend Spieler zur Verfügung, um eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz zu schicken? 

Wir haben einen großen Gesamtkader, der für diese Aufgaben gewappnet ist. Die Langzeitverletzten Sebastian Heitzmann und Fabio Moscaritolo (beide Kreuzbandriss) werden uns leider nicht zur Verfügung stehen. Zusätzlich können wir auf eine starke A-Jugend zurückgreifen die in der Oberliga eine herausragende Saison gespielt hat. 

Seit dem letzten Spiel Mitte Oktober ist viel Zeit vergangen. Wie halten sich die Spieler im Shutdown fit? Hat sich eine Form des In-Kontakt-Bleibens unter den Spielern entwickelt?

Wir treffen uns seit Anfang Januar jeden Dienstag online. Hier nehmen wir uns 60min Zeit, um im Kontakt zu bleiben. Zusätzlich haben wir intern eine Laufapp geschaltet, die die Läufe der Spieler und Trainer aufzeichnet.