Interview mit Trainer Mo Daoudi zur Lage vor dem Punktspielstart
Hallo Mo, Du bist nun seit eineinhalb Jahren Cheftrainer beim FFC. Ein anstrengender Job?
Für mich ist es ein Genuss, mehrmals pro Woche mit dieser Mannschaft zu arbeiten. Trotz des Abstiegs ist der Kern der Mannschaft zusammengeblieben, und das hat uns als Gruppe enger zusammengeschweißt. Die Neuzugänge bringen nicht nur fußballerische Qualität, sondern auch Werte mit, die uns guttun. Unsere Zusammenarbeit basiert auf Transparenz, Offenheit und gegenseitigem Respekt – das erleichtert vieles.
Wir haben uns in den vergangenen eineinhalb Jahren sowohl menschlich als auch taktisch weiterentwickelt. Deshalb empfinde ich die Arbeit mit den Jungs keineswegs als anstrengend – im Gegenteil. Es bereitet mir große Freude, junge Menschen auf Augenhöhe zu begleiten und zu entwickeln.
Welche personellen Änderungen auf der Spielerseite gab es in der Winterpause?
Amir Basholi und Bassman Khiro haben den Verein verlassen. Kazbek Ulubiev und Timo Weizel unterstützen künftig die U23.
Mit Yannick Lawson wurde sicherlich eine Verstärkung dazugewonnen?
Yannick ist für uns enorm wertvoll. Bei einem Altersdurchschnitt von 22,5 Jahren profitieren wir sehr von seiner Erfahrung – unabhängig davon, ob er spielt oder nicht. Durch seine Präsenz allein erhoffen wir uns Ruhe und Klarheit in den entscheidenden Momenten. Fußballerische Qualität ist das eine, aber unter Druck mit klarem Kopf zu agieren, erfordert Reife – und genau diese bringt er mit.
Es gab auch einen Personalwechsel in der sportlichen Leitung. Hat sich die Zusammenarbeit mit dem neuen Personal schon eingespielt?
Unser Sportvorstand ist sehr ambitioniert und klar erfolgsorientiert. Admir Osmanovic, welcher als sportlicher Leiter installiert wurde, ist sehr engagiert. Das Zusammenspiel entwickelt sich weiter. Der Verein arbeitet daran, Abläufe weiter zu professionalisieren. Mir persönlich ist wichtig, dass sportliche Entscheidungen transparent, strukturiert und im Sinne der Mannschaft getroffen werden.
Wie lief die Wintervorbereitung, waren alle Spieler an Bord oder gab es Ausfälle?
Die Stimmung ist gut, die Jungs sind fit. Besonders freut es mich, dass Drilon nach seiner langen Schulterverletzung wieder voll im Training steht. (Drilon Pergjeqaj, Anm. der Redaktion)
Die Testspiele in der Winterpause brachten meist erfreuliche Ergebnisse. Gibt es Ziele, die Du mit der Mannschaft diese Runde noch erreichen möchtest?
Unser Anspruch ist es, die verbleibenden 15 Spiele mit maximaler Entschlossenheit anzugehen. Wenn wir jedes Spiel mit voller Hingabe und Demut vorbereiten, kann einiges möglich sein. Gleichzeitig wissen wir aus der Vorrunde, dass gute Vorbereitung allein keine Punkte garantiert. Wir sind nicht optimal gestartet. Entscheidend ist nun, wie konstant wir unsere Leistung im Wettkampf abrufen. Der Fokus liegt immer auf dem nächsten Spiel – alles Weitere ergibt sich.
In Sachen Infrastruktur wird sich demnächst beim FFC einiges verbessern. Die Zeit der Provisorien und Container ist mit der Inbetriebnahme des Neubaus endlich vorbei?
Die vergangene Zeit ohne Vereinsheim, war für alle herausfordernd. Umso größer ist die Freude über das neue Vereinsheim. Danke an die Menschen, die das ermöglicht haben. Es ist ein wichtiger Schritt für den gesamten Verein – nicht nur für die Aktiven, sondern vor allem für unsere Kinder und Jugendlichen.
Ich wünsche mir, dass dieses Gebäude zu einem echten Treffpunkt wird – zum Wohnzimmer der Rotjacken. Die Kinder und Jugendlichen tragen die FFC-DNA in sich und diese soll im neuen Vereinsheim zu spüren sein. Auch wenn es kitschig klingt- Sie sind die Zukunft des Vereins!
Welche persönlichen Ziele hast Du? Sehen wir Dich auch in der nächsten Saison als FFC-Trainer?
Die Zeit eines Trainers ist grundsätzlich temporär. Meine persönlichen Ziele sind eng mit der Entwicklung des Freiburger FC verbunden. Sowohl nach außen als auch nach innen. Kurzfristig wollen wir unsere junge Mannschaft stabilisieren und mental so entwickeln, dass wir unter Druck konstant performen.
Gleichzeitig ist es mein Anspruch, eine klare Spielidentität zu etablieren: mutig, strukturiert und mit Verstand. Man soll erkennen, wofür der Freiburger FC steht.
Für mich persönlich bedeutet das auch, mich stetig weiterzuentwickeln – fachlich und in der Führung von Menschen. Wenn wir im gesamten Verein eine starke Kultur, Zusammenhalt und Leistungsbereitschaft etablieren, folgt der sportliche Erfolg nachhaltig in allen Bereichen.
Konstanz und Nachhaltigkeit werden Früchte tragen, wenn nicht nur der Fußballer sondern auch der Mensch dahinter gesehen wird.
Was die kommende Saison betrifft: Die sportliche Führung ist in Gesprächen. Mein Fokus liegt zu 100% auf der Rückrunde bei der Mannschaft. Alles weitere ist sekundär.
Die Redaktion des FFC-Journals bedankt sich bei Mo Daoudi für die Beantwortung der Fragen.
